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descriptionMädchen mit Kissen vor dem Gesicht
Wer unter starker Akne leidet, möchte sich manchmal am liebsten einfach verstecken. Die weltweit häufigste Hauterkrankung trifft aber nicht nur Teenager.
descriptionGrafik: Pickelentstehung
Entsteht Akne durch zu viel Schokolade, zu wenig Sex und mangelnde Hygiene? Alles falsch. Zu viel Talg, Testosteron und Bakterien sind Ursachen für Akne.
descriptionFrau mit Handspiegel
Es gibt bestimmte Akneformen, die nur Frauen betreffen. Die Ursache ist eine Störung im Hormonhaushalt. Hier kann der Gynäkologe helfen.
descriptionGesichtsreinigung
Ein Muss ist schonende Pflege. Alles, was darüber hinausgeht – die Reduktion von Talg, Verhornung und Entzündung – gehört in die Hände des Hautarztes.
descriptionÄpfel
„An Akne ist man selber schuld“ – das trifft meistens nicht zu. Doch welche Rolle spielen Ernährung, Alkohol und Rauchen wirklich, wenn Pickel entstehen?
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Tatort: Talgdrüse – Täter: Testosteron

Eine Acne vulgaris entwickelt sich meist so: Es beginnt alles ganz harmlos. Die Haut produziert ein bisschen mehr Talg, die Poren verstopfen und es bilden sich winzig kleine Mitesser, die als Pünktchen manchmal sogar nur unter der Lupe zu erkennen sind. Von Fachleuten werden sie als „Komedonen“ bezeichnet.

Im Überblick



Ob ein Mitesser noch geschlossen oder schon mit Luft in Kontakt gekommen ist, kann man an seiner Farbe erkennen:
  • Geschlossene Mitesser sind kleine weiße Knötchen, manchmal auch „Whiteheads“ genannt.
  • Ein schwarzes „Köpfchen“ bekommt ein Mitesser erst nach dem Kontakt mit Sauerstoff. Dann führt eine chemische Reaktion dazu, dass der schwarze Hautfarbstoff Melanin oxidiert und die berüchtigten „Blackheads“ nun deutlich sichtbar hervortreten lässt.
Mit Unsauberkeit und mangelnder Hygiene hat das gar nichts zu tun – was umgekehrt aber auch bedeutet: Durch übertriebene Hygiene und scharfe Seifen kann man den „Blackheads“ nicht zuvorkommen. Fettsäuren, die im Komedo vorkommen, lösen einen starken Reiz auf die Zellen aus, was zu einer entzündlichen Reaktion führt. Eine zusätzliche bakterielle Besiedelung des Komedos mit Propionibacterium acnes verstärkt die Fettsäurebildung noch. Neben der Entzündungsreaktion sind nun auch Abszessbildung (Eiter) zu beobachten.
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Nur selten bleiben Narben

Bevorzugt treten verstopfte Poren da auf, wo in der Haut besonders viele Talgdrüsen sitzen: im Gesicht, im Nacken, auf der Brust und dem Rücken. Mitesser sind zwar unerfreulich und lästig, gelten aber – je nach Expertenmeinung – entweder noch nicht als Akne oder nur als leichte Akne. Wenn die verstopften Talgdrüsen anfangen sich zu entzünden, bilden sich Aknepusteln. Diese Pusteln heilen oft ab, ohne irgendwelche Spuren zu hinterlassen. Unter bestimmten Bedingungen wird aber das umgebende Gewebe mit infiziert – dann kann es zur Narbenbildung kommen.
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Warum Männer häufiger Akne haben

Akne entsteht erst, wenn verschiedene Faktoren zusammenspielen: eine erbliche Veranlagung, zu starke Talgproduktion, Bakterien, Störungen der Hautverhornung und eine Immunreaktion auf Entzündungsreize – vor allem aber: die überschießende Produktion von Testosteron. Dieses männliche Geschlechtshormon wird zwar auch in den Eierstöcken der Frau gebildet, damit ihr hormoneller Regelkreislauf im Gleichgewicht bleibt, jedoch nur in kleineren Mengen. Männer haben sehr viel mehr Testosteron – und deshalb öfter mit Akne zu kämpfen als Frauen.
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Gesteigerte Talgproduktion

Jeder Haarbalg in der Haut ist von einer Talgdrüse umgeben. Bei der Entstehung von Akne ist immer eine solche Talgdrüse im Zentrum des Geschehens: Unter dem Einfluss von Testosteron kommt es zu einer Steigerung der Talgproduktion, was an der glänzenden Haut vieler junger Menschen in der Pubertät oft deutlich sichtbar ist. Auch die Haare werden bei gesteigerter Talgproduktion viel schneller fettig. Wenn nun eine Talgdrüse verstopft, weil ihr Ausführungsgang durch zu starke Verhornung regelrecht verschlossen wird, beginnt der Talg, sich in der Drüse zu stauen: Auf der Haut zeigt sich als kleine Erhebung ein Mitesser. Gelangen Bakterien in die Talgdrüse, kommt es zu einer Entzündung mit Eiterbildung, wobei der Eiter zur Hautoberfläche hin nur mit einer hauchdünnen Membran überzogen ist. Schließlich ist es nur eine Frage des Drucks, bis diese Membran platzt – jetzt liegt eine „ganz gewöhnliche“ Akne vor, die Acne vulgaris, unter der so viele Teenager leiden.
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Mythen und Vorurteile

Dass Akne eine Folge von zu viel Schokolade und zu wenig Sex sein soll, ist natürlich Unsinn. Und sie entsteht auch nicht aufgrund mangelnder Hygiene. Meist ist sogar eher das Gegenteil der Fall – dann nämlich, wenn die Betroffenen es mit der Gesichtsreinigung übertreiben. Das führt dazu, dass der Säureschutzmantel der Haut zerstört wird und Bakterien sozusagen „freien Eintritt“ haben.

Akne entsteht auch nicht, weil man bestimmte Nahrungsmittel nicht verträgt (Nahrungsmittelintoleranz) oder allergisch auf sie reagiert (Nahrungsmittelallergie).

Neuere Studien konnten zeigen, dass eine Ernährung mit niedrigem glykämischem Index (also kohlenhydratarm, eiweißreich, wenig gesättigte Fettsäuren) die Hauterscheinungen bei Akne bessern kann. Eine Auslösung der Akne durch Schokolade konnte jedoch nicht nachgewiesen werden.

Das Gerücht, dass es einen Zusammenhang zwischen Sexualität und Akne gibt, entbehrt jeder Grundlage. Vielleicht kann es sich aber deshalb so hartnäckig halten, weil die häufigste Form der Akne, die Acne vulgaris, im Allgemeinen um die Pubertät herum einsetzt und in diese Zeit eben auch die Geschlechtsreifung fällt.
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Grafik: Pickelentstehung
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Ko-Produktion: Erst wenn Bakterien die verstopfte Talgdrüse entzünden, kann es zu Eiterbildung und einer Aknepustel kommen.
Schokolade essen
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Schokolade: Meistens ist sie nicht der Grund, weshalb sich Akne bildet.