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descriptionAuge
Manche Menschen sehen bereits von Kindheit an schlecht. Die meisten Einschränkungen der Sehkraft entstehen jedoch erst mit zunehmendem Alter.
descriptionAnwendung von Augentropfen
Bildschirmarbeit, Klimaanlagen, hormonelle Veränderungen und Krankheiten beeinträchtigen den Tränenfilm. Die Augen fühlen sich trocken an.
descriptionLöwenzahn
Zugluft, Blütenpollen und Krankheitserreger können die Bindehaut entzünden. Das Weiß des Augapfels rötet sich, die Augen brennen und sind sehr lichtempfindlich.
descriptionAuge einer alten Frau
Der Hauptrisikofaktor von Grauem Star, Glaukom und Makuladegeneration ist das Alter. Ab 40 Jahren ist der regelmäßige Augencheck deshalb ein Muss.
descriptionSeniorin mit Sonnebrille
Eine gefürchtete Folge der Zuckerkrankheit ist diabetische Retinopathie. Der Schaden lässt sich nur im frühen Stadium beheben, sonst droht die Erblindung.
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Augenschäden, die das Alter bringt

Altersbedingte Augenerkrankungen sind tückisch, da sie zunächst keine merklichen Beschwerden machen. Ist es erst einmal so weit, dann ist es für die erfolgreiche Behandlung des grauen Star (Katarkt), des grünen Star (Glaukom) oder einer altersabhängige Makuladegeneration (AMD) meist schon zu spät. Deshalb gilt für alle ab 40: regelmäßig zum Augencheck.

Im Überblick



Grauer Star: Die verschleierte Welt

Blasse Farben, verschwommene Konturen und eine Welt wie hinter Schleiern kennzeichnen den grauen Star. Der Austausch der trüben Linse gilt heute als ein Routineeingriff.

Grauer Star, auch Katarakt genannt, bezeichnet die Eintrübung der ursprünglich klaren Augenlinse. Ansätze der Erkrankung haben 90 Prozent aller 65-Jährigen. Die altersbedingte Linsentrübung kommt am häufigsten vor, aber auch äußere Einwirkungen und verschiedene Krankheiten können die Linse trüben. Der graue Star stellt weltweit immer noch die häufigste Erblindungsursache dar.

Menschen, die am grauen Star erkrankt sind, sehen die Welt wie durch einen Schleier. Farben verblassen zusehends und Kontraste werden immer schwächer. Dazu kommt eine große Lichtempfindlichkeit. Die Eintrübung der Linse entsteht, weil der gelartige Linsenfüllstoff zunehmend fest wird. Von außen ist das Phänomen der Trübung nur in fortgeschrittenem Stadium sichtbar.

Die einzige bislang effektive Therapie des grauen Stars ist eine Operation. Die meisten Betroffenen entscheiden sich erst für diesen Schritt, wenn die Sehkraft für die täglichen Anforderungen nicht mehr ausreicht. Möchte die Person z.B. weiterhin Auto fahren, so muss die Operation frühzeitig angesetzt werden, da der Straßenverkehr hohe Anforderungen an das Sehvermögen stellt. In den Industrieländern ist die Staroperation ein Routineeingriff mit hoher Erfolgsquote. Allein in Deutschland werden jährlich 600.000 Kunstlinsen eingesetzt.
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Eine Linse aus Kunststoff sorgt für Durchblick

Soll ein grauer Star operiert werden, wird zunächst die körpereigene Linse aus der Linsenkapsel herausgetrennt. Sie wird dafür mit Ultraschall zerkleinert und abgesaugt. Im zweiten Schritt wird an ihre Stelle eine Kunstlinse eingesetzt, deren Brechwert der Augenarzt zuvor durch die genaue Augenvermessung beim Patienten berechnet hat. Es wird immer nur ein Auge operiert, bevor dann in zeitlichem Abstand der Eingriff am anderen Auge erfolgt.

Die Kunststofflinse ist heute meist aus weichem Acryl oder Silikon. Dadurch ist sie faltbar und kann problemloser eingesetzt werden. Es werden aber auch noch starre Linsen aus Plexiglas verwendet, für die ein größerer Einschnitt nötig ist. Eine künstliche Linse hat im Gegensatz zur natürlichen Linse keine Zoomwirkung für die Naheinstellung mehr. Der Patient wird also in Zukunft eine Lesebrille benötigen. Neben der üblichen Monofokallinse gibt es inzwischen auch Multifokallinsen, die das Sehen in verschiedenen Entfernungen erlaubt. Unerwünschte Lichtreflexe und mangelnde Kontrastschärfe müssen dabei allerdings in Kauf genommen werden.

Die Staroperation erfolgt üblicherweise ambulant unter örtlicher Betäubung des Auges. Sehr betagten Patienten oder solchen mit weiteren Erkrankungen empfehlen Ärzte allerdings oft eine stationäre Operation. Normalerweise verläuft die Operation komplikationslos. Den einzig echten Risikofaktor stellt eine Infektion des Auges durch eingeschleppte Keime dar. Sie kann im schlimmsten Fall zur Erblindung führen.
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Die Lesebrille wird zum Dauerbegleiter

Meistens ist schon am ersten Tag nach der Operation das Sehvermögen deutlich verbessert. Aber das Auge muss noch mit Tropfen nachbehandelt werden. Hierzu werden in der Regel Kortisonpräparate verwendet.

Die Lesebrille, welche die Patienten nach der Operation benötigen, sollte erst vier bis sechs Wochen nach der Operation angepasst werden. Dann erst hat sich auch die endgültige Brechkraft des Auges mit der neuen Linse eingestellt.
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Glaukom: Sehnerv unter Druck

Ein Glaukom (Grüner Star) entwickelt sich meist unbemerkt. Wenn Beschwerden auftreten, ist der Sehnerv schon geschädigt. Dann geht es darum, ihn von weiterem Druck zu befreien.

Das typische Glaukom ist durch einen erhöhten Augeninnendruck gekennzeichnet. Durch den erhöhten Druck im Auge kommt es zu einer Schädigung des Sehnervs mit erheblichen Funktionseinbußen des Auges bis hin zur Erblindung. Umgangssprachlich wird das Glaukom auch grüner Star genannt.

Der Augeninnendruck wird durch Produktion und Abfluss des Kammerwassers bestimmt. Im Normalfall ist das ein ausbalancierter Kreislauf in den Augenkammern zwischen Hornhaut und Linse. Sammelt sich dort aber zu viel Flüssigkeit an, steigt der Augeninnendruck und damit die Gefahr einer irreparablen Sehnervschädigung.

Im Alter tritt am häufigsten das Offenwinkelglaukom auf. Dabei ist der Kammerwinkel zwischen Iris und Hornhaut, wo die Kammerflüssigkeit normalerweise abfließt, offen. Aber das Gewebe kann wegen degenerativer Veränderungen die Flüssigkeit nicht mehr richtig aufnehmen und abtransportieren. Dieser chronische Verlauf verursacht keine akut spürbaren Beschwerden.

Anders verhält es sich beim akuten Glaukomanfall durch das seltenere Engwinkelglaukom. Hierbei ist der Winkel zwischen Hornhaut und Iris verengt, sodass das Kammerwasser schlecht ablaufen kann. Verschließt sich der Abfluss völlig, kommt es zu einer plötzlichen Erhöhung des Augeninnendrucks. Der akute Glaukomanfall ist durch Sehbehinderungen, starke Schmerzen, Übelkeit und Erbrechen gekennzeichnet.

Im Allgemeinen merkt der Betroffene lange Zeit nichts von seinem Glaukom. Sobald er eine Einschränkung des Gesichtsfeldes registriert, ist leider auch die Erkrankung schon fortgeschritten, die Zellen des Sehnervs sind unwiederbringlich zerstört. Das eingeschränkte Gesichtsfeld verursacht Probleme im Alltag: Ein bestimmtes Objekt kann noch gut gesehen werden, ein direkt daneben liegendes dagegen nicht mehr. Im Straßenverkehr kann es fatale Folgen haben, zwar die Situation vor sich genau im Blick zu haben, nicht aber das Geschehen am Straßenrand, etwa Fußgänger oder spielende Kinder.
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Diganoseinstrumente: Luftstoß und Lichtblitze

Zur Diagnose eines Glaukoms misst der Arzt den Augeninnendruck, der normalerweise unter 21 mmHg liegt. Da es aber auch einige Glaukompatienten mit normalem Augeninnendruck gibt, wird der Augenarzt sich auch die Netzhaut mit der Sehnervmündung anschauen. Denn dort zeigt sich die Zerstörung von Nervenzellen.

Um den Augeninnendruck zu messen, stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung. Bei der Applanations-Tonometrie wird das Auge durch Tropfen zunächst örtlich betäubt. Dann wird die Hornhaut mithilfe eines Tonometers (Druckmessgerät) mit einem runden Messkörper in einem Bereich von vier Millimeter geplättet. Die Kraft, die dazu nötig ist, wird in mmHg gemessen und ergibt den momentanen Augeninnendruck. Der Augeninnendruck kann auch ohne Kontakt zum Auge gemessen werden. Dazu verwendet der Arzt einen Luftstoß. Die Messwerte sind dabei allerdings wesentlich ungenauer.

Auch nutzt der Augenarzt zur Diagnose die Gesichtsfeldmessung, Perimetrie genannt. Das Gesichtsfeld ist der Bereich der Umgebung, den man sehen kann, ohne das Auge zu bewegen. Bei der Perimetrie schaut der Patient in eine Halbkugel. An unterschiedlichen Stellen dieser Halbkugel leuchten kleine Lichtblitze auf. Währenddessen wird dokumentiert, welche Lichtblitze der Untersuchte bemerkt und welche nicht. Hierfür drückt er als Bestätigung einen Knopf, wenn er einen Lichtblitz sieht. Ein Computer wertet die Untersuchung aus. Nicht bemerkte Lichtblitze können auf Gesichtsfeldausfälle hinweisen.
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Tropfen für den Druckausgleich

Die Glaukomtherapie hat das erste Ziel, den Augeninnendruck zu senken. Der Betroffene muss dafür entsprechende Augentropfen regelmäßig anwenden. Vielen Patienten fällt das auf Dauer schwer: Sie haben keine Beschwerden, die Tropfen brennen und müssen mehrfach täglich zum Einsatz kommen. Allerdings hilft nur das regelmäßige Tropfen, den Sehnerv langfristig vor Schäden zu schützen.

Senken die Tropfen der Augeninnendruck nicht ausreichend, so kann beim Offenwinkelglaukom beispielsweise die Behandlung mit einem Laser helfen. Dabei wird das Gewebe, das Kammerwasser produziert, verödet. Der drucksenkende Effekt ist jedoch häufig nur gering und nicht dauerhaft. Eine Operation, die in örtlicher Betäubung durchgeführt werden kann, kann einen künstlichen Abfluss für das Augenwasser schaffen. Dadurch sinkt der Augeninnendruck.
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Jeder kann eines Tages betroffen sein

Grundsätzlich gilt, dass jeder ein Glaukom entwickeln kann und dass es deshalb auch wichtig für jeden ist, regelmäßig einen Augenarzt aufzusuchen. Nur die frühe Entdeckung und Behandlung des Glaukoms kann vor einem Sehverlust oder sogar einer Erblindung schützen.

Bestimmte Risikofaktoren spielen bei der Entwicklung eines Glaukoms eine Rolle:
  • Alter (beginnend ab 40 Jahre)
  • familiäre Vorbelastung
  • Kurzsichtigkeit und starke Weitsichtigkeit.
Die einzige Möglichkeit, einem Glaukom vorzubeugen, ist die regelmäßige Untersuchung durch einen Augenarzt. Da das Offenwinkelglaukom ab 40 deutlich zunimmt, wird ab diesem Alter eine augenärztliche Untersuchung alle drei Jahre empfohlen. Bestehen zusätzliche Risikofaktoren für die Erkrankung, sollte die Untersuchung einmal pro Jahr erfolgen.
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Altersbedingte Makuladegeneration: Blinde Stelle im Sehzentrum

Die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) gilt als Schicksal. Allenfalls ein gesunder Lebensstil mit vitaminreicher Kost,Tabakverzicht und wenig UV-Strahlung im Laufe des Lebens bieten einen gewissen Schutz.

Die altersabhängige Makuladegeneration (AMD) tritt meist erst nach dem 50. Lebensjahr auf. Bei der AMD gehen die Sinneszellen an der Stelle des schärfsten Sehens, der Makula, zugrunde. Die Makula ist nur wenige Millimeter groß, dabei aber für die wichtigsten Sehleistungen zuständig, wie Lesen, Erkennen von feinen Details und das Unterscheiden von Farben. Der Erkrankte bemerkt zunächst beim Lesen eine verschwommene Stelle oder einen grauen Schatten, auch können Linien verzerrt wahrgenommen werden. Schmerzen verursacht die Erkrankung nicht.

Generell wird zwischen zwei Formen der AMD unterschieden:

Bei der häufiger vorkommenden trockenen Form lagern sich Stoffwechselprodukte in der Netzhaut ab. Außerdem können sich Pigmentverklumpungen und narbenartige Schrumpfungen im Bereich der Makula bilden. Die Erkrankung verläuft eher langsam und schleichend. Die meisten Betroffenen erblinden nicht völlig, sie können Umrisse und Kontraste erkennen. Dadurch bleibt das Orientierungsvermögen erhalten.

Die trockene Form kann in eine feuchte AMD übergehen, dabei wuchern Gefäße aus der Aderhaut in die Netzhaut ein. Diese Blutgefäße können undicht werden, sodass Flüssigkeit austreten und die Netzhaut anschwellen kann. Bei der feuchten Form kommt es zu einem sehr schnellen Verlust der zentralen Sehkraft. Sie kommt aber meist zum Stillstand, bevor die gesamte Netzhaut zerstört ist.
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Amsler-Test entlarvt AMD

Als einfachstes Hilfsmittel zum Erkennen einer altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) wird das Amsler-Netz genutzt. Patienten mit AMD sehen die Linien eines Gittermusters verzerrt oder lückenhaft. Dieser Test ersetzt nicht die Untersuchung beim Augenarzt, kann Ihnen aber einen Anhaltspunkt geben, ob Ihre Augen von der Krankheit betroffen sein könnten.

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Außerdem untersucht der behandelnde Arzt den Augenhintergrund mit einem speziellen Mikroskop. Hierfür wird die Pupille des Betroffenen vorher mit Tropfen weit gestellt.

Für die Fluoreszenzangiografie wird zunächst ein Farbstoff in eine Armvene gespritzt. Dieser Farbstoff wird über das Blut bis ins Auge transportiert. Dort kann man die Verteilung des Farbstoffes mit einer Augenhintergrundkamera verfolgen.
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Hilfe für die Makula

Als bislang einzige Therapieempfehlung bei der trockenen AMD gilt eine aktive und gesunde Lebensführung: Bewegung für den Kreislauf, Rauchverzicht und eine vitaminreiche, gesunde Ernährung. Eine medikamentöse Tablettenbehandlung gibt es nicht. Bei der feuchten AMD können verschiedene Verfahren die wuchernden Blutgefäße bremsen. Allerdings können auch sie nur das Fortschreiten der Makuladegeneration verzögern:

Laserbehandlung

Undichte Gefäße werden mit dem Laser verödet. An der entsprechenden Stelle kann dann keine Flüssigkeit mehr austreten.

Photodynamische Therapie

Auch bei der photodynamischen Therapie (PDT) verödet ein Laser Gefäße. Zuvor wird allerdings ein Farbstoff gespritzt, der sich in krankhaften Gefäßwucherungen der Netzhaut anreichert. Dieser Farbstoff kann die Laserenergie absorbieren und dadurch das wuchernde Gefäß verschweißen.

Makularotation
Die Netzhautdrehung oder Makularotation ist keine Standardtechnik. Ziel der Operation ist es, die Stelle des schärfsten Sehens genügend weit von der defekten Gewebeschicht zu entfernen, sodass sie auf gesundem Gewebe zu liegen kommt.

Medikamente
Außerdem kann eine Spritze in den Augapfel die Gefäßwucherungen stoppen: Die Wirkstoffe Pegaptanib und Ranibizumab hemmen den Wachstumsfaktor VEGF und dadurch die Bildung neuer Blutgefäße.
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Risiken – von Gendefekt bis Bluthochdruck

Das zunehmende Alter ist der wichtigste Risikofaktor für die altersabhängige Makuladegeneration (AMD). Aber auch andere Faktoren bergen ein erhöhtes Risiko, an der AMD zu erkranken. Gendefekte  auf den Chromosomen 1 und 10  sind wahrscheinlich bei 20 bis 60 Prozent der Patienten Ursache für die Krankheit. Weitere Risikofaktoren sind Rauchen und Bluthochdruck. Hinsichtlich des Bluthochdrucks hat eine amerikanische Studie gezeigt, dass dieser vor allem ein Risikofaktor für die feuchte Form der AMD ist. Auch eine hohe UV-Strahlenbelastung im Laufe des Lebens wird als Risikofaktor angesehen.

Hingegen scheint eine gesunde Ernährung mit viel Obst über die darin reichlich enthaltenen Pigmentstoffe die zentrale Netzhaut zu schützen. Verschiedene Untersuchungen lassen außerdem vermuten, dass eine Therapie mit Blutfett senkenden Medikamenten (Statine) das Risiko für eine altersabhängige Makuladegeneration mindern. Gleiches gilt für die Therapie mit Acetylsalicylsäure, etwa zur Vorbeugung einer Herz-Kreislauf-Erkrankung. Ob diese Medikamente tatsächlich der AMD vorbeugen, müssen noch weitere Untersuchungen prüfen.
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Mit der Lupe durch den Alltag

Manche Patienten sind durch Augenkrankheiten so stark in ihrem Alltag beeinträchtigt, dass sie eine vergrößernde Sehhilfe benötigen. Dies gilt insbesondere für Menschen mit altersabhängiger Makuladegeneration. Mit solchen Sehhilfen kann versucht werden, eine gewisse Fähigkeit zum Lesen und auch zum orientierenden Sehen im Alltagsleben wieder herzustellen.

Dabei ist es wichtig, für den Betroffenen die richtige Sehhilfe auszuwählen. Hierbei kann eine Beratungsstelle für Sehbehinderte dem Patienten mit einer ausführlichen individuellen Beratung sehr gut behilflich sein.

Auch einige Augenoptiker haben sich auf dieses Gebiet spezialisiert und besitzen eine gute Ausstattung an vergrößernden Sehhilfen, sodass sie effektiv beraten können. Die Wissenschaftliche Vereinigung für Augenoptik und Optometrie (WVAO) führt entsprechende Schulungen durch und listet diese Optiker als „Anerkannte Fachberater für Sehbehinderte“ auf.

Vergrößernde Sehhilfen werden normalerweise nach Kostenvoranschlag von den Krankenkassen übernommen, wenn damit die Sehbehinderung in einem wichtigen Lebensbereich (Lesen, Schreiben, Orientierung) ausgeglichen werden kann. Für manche Sehhilfen zahlt die Krankenkasse Festbeträge, sodass der Betroffene die Differenz zum tatsächlichen Preis zuzahlen muss.

Zur Verfügung stehen verschiedene Sehhilfen:

Die Hand- oder Aufsetzlupe dient hauptsächlich dem Lesen und wird dazu direkt auf den Text aufgelegt.

Mit der Lupenbrille können Betroffene bequem sitzend lesen. Allerdings muss die jeweilige Seite dicht vor die Augen gehalten werden.

Mit der Fernrohrlupenbrille kann auch in gewohntem Abstand gelesen werden, wobei es etwas schwer sein kann, die entsprechende Stelle ruhig einzustellen.

Zur besseren Orientierung im Alltag verhilft ein monokulares Fernrohr für mittlere und entfernte Sehaufgaben. Die Betroffenen können mit dieser Sehhilfe z.B. Straßenschilder lesen oder beim Einkaufen die gesuchte Ware im Regal finden.

Bei einem Bildschirmlesegerät wird das Blatt unter ein Objektiv gelegt, das die Schrift vergrößert auf einem Monitor abbildet. Mit dieser Sehhilfe können die Betroffenen auch eine sehr kleine Schrift, wie z.B. in einem Telefonbuch, lesen.

Bei einem Vorlesegerät (Lese-Sprechsysteme) für sehr stark sehbehinderte Menschen wird der Text eingescannt und dann durch einen Computer mit synthetischer Stimme vorgelesen.
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Seniorin mit Brille
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Drei ernste Augenprobleme im Alter: Die Linse kann trüb werden, hoher Augeninnendruck bringt den Sehnerv in Gefahr und Veränderungen in der Netzhaut tauchen die Umgebung in unscharfes Grau.
Retinografie des Augapfels
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Bedrohte Scharfsicht: Die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) bringt die Netzhaut in Gefahr. Besonders die Stelle für das schärfste Sehen, die Makula, wird von wuchernden Gefäßen und Narben bedroht. Die Makula ist der dunkle Fleck in der Mitte, der helle Fleck ist der Kopf des Sehnervs
Leselupe
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Unter die Lupe nehmen: Wenn selbst eine Brille nicht mehr hilft, um Lesestoff klar zu erkennen, können Lupen und Lesegeräte die mangelnde Sehkraft ausgleichen.