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descriptionAuge
Manche Menschen sehen bereits von Kindheit an schlecht. Die meisten Einschränkungen der Sehkraft entstehen jedoch erst mit zunehmendem Alter.
descriptionAnwendung von Augentropfen
Bildschirmarbeit, Klimaanlagen, hormonelle Veränderungen und Krankheiten beeinträchtigen den Tränenfilm. Die Augen fühlen sich trocken an.
descriptionLöwenzahn
Zugluft, Blütenpollen und Krankheitserreger können die Bindehaut entzünden. Das Weiß des Augapfels rötet sich, die Augen brennen und sind sehr lichtempfindlich.
descriptionAuge einer alten Frau
Der Hauptrisikofaktor von Grauem Star, Glaukom und Makuladegeneration ist das Alter. Ab 40 Jahren ist der regelmäßige Augencheck deshalb ein Muss.
descriptionSeniorin mit Sonnebrille
Eine gefürchtete Folge der Zuckerkrankheit ist diabetische Retinopathie. Der Schaden lässt sich nur im frühen Stadium beheben, sonst droht die Erblindung.
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Wenn das Auge rot sieht

Die Bindehaut bedeckt die weiße Fläche des Augapfels. Es handelt sich dabei um eine Schleimhaut mit verschiedenen Drüsen. Ein Teil der Tränenflüssigkeit wird hier gebildet. Die Mediziner bezeichnen eine Bindehautentzündung als Konjunktivitis. Man unterscheidet zwischen infektiöser und nicht infektiöser Bindehautentzündung.

Im Überblick



Ansteckend oder nicht?

Infektiöse Bindehautentzündungen werden von Viren, Bakterien (beispielsweise Chlamydien) oder Parasiten ausgelöst. Die Erreger gelangen durch Schmierinfektion – beispielsweise durch das Reiben der Augen mit verschmutzten Händen, durch Waschlappen oder Taschentücher – ins Auge. Meist beginnt die Entzündung an einem Auge, das zweite Auge erkrankt kurze Zeit darauf. Infektiöse Bindehautentzündungen sind hoch ansteckend und sollten ärztlich behandelt werden.

Nicht infektiöse Bindehautentzündungen
entstehen beispielsweise durch Rauch, Staub, Chlor, Wind, Kälte, UV-Strahlung, Überanstrengung, verminderten Tränenfluss oder schlecht angepasste Brillengläser.

Häufige Bindehautentzündungen bei Säuglingen können ein Zeichen dafür sein, dass der Tränen-Nasen-Kanal unzureichend ausgereift ist. Die Tränengänge können dann verstopfen und sich entzünden. Die Augen des Kindes sind dabei gerötet und tränen. Es kann außerdem zu Absonderungen am Lidrand kommen. Die Behandlung muss durch einen Kinderarzt erfolgen. Häufig verwächst sich diese Störung bis zu einem Alter von zwölf Monaten. Falls nicht, kann der Tränenkanal durch einen ambulanten operativen Eingriff geweitet werden.
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Die typischen Symptome einer Bindehautentzündung

  • gerötete, tränende und brennende Augen
  • Anschwellen der Bindehaut und des Lidrandes
  • Fremdkörpergefühl (die Augen „kratzen“ und reiben bei jedem Lidschlag)
  • schleimige und/oder eitrige Absonderungen (die Augen können im Schlafen verkleben).
Bei der allergisch bedingten Bindehautentzündung werden die Betroffenen zusätzlich durch starken Juckreiz gequält. Bei starker Lichtempfindlichkeit und Schmerzen im Auge muss immer ein Augenarzt aufgesucht werden. Diese Symptome deuten auf eine Beteiligung der Hornhaut hin.
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Das Auge ist ein sehr empfindliches Organ. Auch harmlose Ursachen können durch falsche Behandlung zu bleibenden Schäden führen. Deshalb sollten Sie bei geröteten Augen immer einen Augenarzt aufsuchen. Ist die Diagnose sicher und die Ursache bekannt, kann man nach Rücksprache mit dem Arzt selbst behandeln.

Doch auch dann gibt es einiges zu beachten. Bei bestimmten Krankheiten und gesundheitlichen Störungen dürfen manche Medikamente überhaupt nicht eingenommen werden (Gegenanzeigen). Das gilt auch für Medikamente, die am Auge angewandt werden.
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Kontaktlinsen mögen keine Medikamente

Während einer Bindehautentzündung werden die meisten Kontaktlinsenträger freiwillig zur Brille greifen, um das gereizte Auge zu entlasten. Wer nicht auf Kontaktlinsen verzichten will, sollte sie vor der Anwendung wirkstoffhaltiger Augentropfen auf jeden Fall kurzzeitig herausnehmen. Harte Linsen können nach 15 Minuten wieder eingesetzt werden, wenn sich die Tropfen gut über das Auge verteilt haben. Weiche Linsen brauchen eine längere Pause, denn sonst setzen sich Konservierungsmittel aus der Arznei in den Poren der Linsen fest und sorgen für zusätzliche Reizungen.

Das Konservierungsmittel Benzalkoniumchlorid kann die Linsen sogar verfärben. Wer eine Augensalbe anwendet, sollte während der Behandlung gar keine Kontaktlinsen tragen. Nach der Anwendung von Augentropfen kann für einige Minuten das Sehvermögen beeinträchtigt sein. In dieser Zeit dürfen Sie keine Maschinen bedienen oder aktiv am Straßenverkehr teilnehmen. Nach der Anwendung von Augensalben hält das Verschwommen-Sehen noch länger an. Kalkulieren Sie dies vor der Anwendung ein.
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Selbsthilfe: von Weißmachern bis Zinksulfat

Die Behandlung der Bindehautentzündung richtet sich nach der Ursache und der Schwere der Erkrankung. Bei starken Beschwerden, eitrigen Absonderungen am Lidrand beziehungsweise bei einer ansteckenden Bindehautentzündung muss der Arzt konsultiert werden. Er wird entscheiden, ob antibiotisch oder antiviral wirksame Mittel erforderlich sind – beide gibt es nur auf Rezept.

Leichte Formen der Bindehautentzündung, die beispielsweise durch Wind oder eine Überanstrengung der Augen ausgelöst wurden, kann man auch selbst behandeln. Mit sogenannten Vasokonstriktoren (auch als Alpha-Sympathomimetika bezeichnet) kann man die Reizung der Augen lindern. Geeignet sind Augentropfen mit Wirkstoffen wie Naphazolin, Tetryzolin, Tramazolin, Xylometazolin oder Phenylephrin.

Sie sorgen vor allem dafür, dass sich die erweiterten Blutgefäße zusammenziehen und die Rötung zurückgeht. Man bezeichnet diese Substanzen deshalb auch als „Weißmacher“. Man sollte sie auf eigene Faust nicht länger als eine Woche benutzen, da durch eine langfristige Anwendung die Bindehaut verhornen kann.

Außerdem sind die Wirkstoffe der „Weißmacher“ bei zahlreichen Beschwerden tabu: bei trockenem Auge, bei erhöhtem Augeninnendruck (Engwinkelglaukom), bei Herzrhythmusstörungen oder Bluthochdruck, bei bestimmten hormonellen Störungen (Überfunktion des Nebennierenmarks/Phäochromozytom), bei Schilddrüsenüberfunktion. Kinder unter zwei Jahren dürfen sie ebenfalls nicht bekommen. Vasokonstriktoren können außerdem die Wirkung bestimmter Antidepressiva beeinträchtigen. Manche Mittel schwächen die Wirkung blutdrucksenkender Substanzen ab.

Vasokonstriktoren werden auch mit anderen Wirkstoffen kombiniert. Zusätze von Zinksulfat wirken heilungsfördernd. Zinkborat verstärkt die anitentzündliche Komponente und bekämpft Bakterien und Pilze. Diese Effekte nutzt man nicht nur für Augentropfen, sondern auch bei Augenbädern. Alternativ zur Kombination Naphazolin/Zinkborat gibt es auch Augenbäder, die Salicylsäure enthalten. Salicylsäure wirkt ebenfalls antiseptisch.
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Vollbad für die Augen

Fertige Lösungen zur Augenspülung werden unverdünnt angewandt. Dazu brauchen Sie eine Augenbadewanne (ist in manchen Produkten bereits enthalten), die Sie zur Hälfte mit der Flüssigkeit füllen. Drücken Sie die Augenbadewanne bei nach vorne gebeugtem Kopf fest aufs Auge. Legen Sie anschließend den Kopf nach hinten. Das Auge wird nun mit der Flüssigkeit umspült. Öffnen und schließen Sie dabei mehrmals die Augen. Nehmen Sie nach der empfohlenen Einwirkzeit das Gefäß vom Auge und gießen Sie die Flüssigkeit weg.

Kombinationen von Vasokonstriktoren mit Antihistaminika wie Antazolin oder Pheniramin helfen bei „unspezifischen“ oder bei allergisch bedingten Bindehautentzündungen. „Unspezifisch“ bedeutet, dass die Bindehautentzündung auf Reizungen und nicht auf Infektionen zurückzuführen ist.

Der Arzneistoff Bibrocathol wirkt antiseptisch. Entzündliche Prozesse am Auge bilden sich zurück. Der Wirkstoff kann aber nur als Salbe angewandt werden. Bei Verwendung der Augensalbe kann der Fettfilm das Sehvermögen eine Zeitlang beeinträchtigen.
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Dexpanthenol ist ein Wirkstoff, der in vielen Wund- und Heilsalben zur Anwendung kommt. Er hilft auch gegen entzündliche Prozesse am Auge. Es gibt Salben und Tropfen.

Unter den Naturheilmitteln zur Behandlung der Bindehautentzündung haben sich Zubereitungen mit Euphrasia officinalis (Augentrost) bewährt. Sie werden als Augentropfen auch in Einzeldosenbehältnissen angeboten. Euphrasia-Tee wird auch für Augenspülungen beziehungsweise Bäder eingesetzt.

Allergische Bindehautentzündungen werden mit Antihistamin-Augentropfen behandelt. Kombinierte Medikamente enthalten neben Antihistaminika wie Antazolin oder Pheniramin auch Vasokonstriktoren wie Tetryzolin oder Naphazolin. Vorbeugend können Zubereitungen mit Cromoglicinsäure vor den allergischen Reizen schützen.

Wichtig für die schnelle Genesung: Lassen sie Ihre Finger von den Augen! Reiben Sie bei einer Bindehaut nicht an den Lidern, auch wenn die Augen kribbeln und jucken. Sie werden dadurch nur zusätzlich gereizt und die Beschwerden verstärken sich. Außerdem können so die Erreger einer bakteriellen oder viralen Bindehautentzündung auf das andere Auge übertragen werden.
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Tropfen in vorteilhafter Einzeldosierung

Augenmedikamente halten, sobald sie einmal geöffnet sind, selten länger als vier bis sechs Wochen. Viele Hersteller bieten daher neben Tropfflaschen auch portionsweise abgepackte Augentropfen. Da die einzelnen Minifläschchen nur die Menge für eine Anwendung enthalten, müssen keine Konservierungsmittel zugesetzt werden. Die Medikamente werden dadurch verträglicher und eignen sich besonders für empfindliche Personen und für Kontaktlinsenträger.

Das Eintropfen oder das Auftragen der Medizin gelingt am besten, wenn Sie den Kopf etwas nach hinten neigen. Schauen Sie nach oben und ziehen Sie das untere Lid etwas nach unten. So bildet sich eine kleine Tasche (Bindehautsack), in die das Medikament tröpfeln kann. Zwinkern Sie anschließend mit den Augen, dadurch verteilt sich der Wirkstoff. Wegen der Infektionsgefahr streifen Sie bei der Anwendung von Augensalbe den Salbenstrang nicht mit dem Finger ab, sondern verwenden Sie besser eine Stückchen sterile Gaze.

Um Verletzungen und Infektionen vorzubeugen, sollte das Fläschchen oder die Tube nicht mit dem Auge in Berührung kommen. Bei bakteriellen oder viralen Bindehautentzündungen können die bereits vorhandenen Keime ins Fläschchen/in die Tube gelangen und immer wieder neue Infektionen auslösen.
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Homöopathie

Auch homöopathische Mittel kommen bei Beschwerden durch eine Bindehautentzündung zum Einsatz:

Mildes Sekret, nach Zugluft, Jucken: Pulsatilla

Tränen brennend, Nasensekret mild, Lider geschwollen. Auch bei allergischen Augenerkrankungen: Euphrasia

Rötung, Brennen, Jucken: Apis mellifica

Wässriges Sekret, milde Tränen: Allium cepa
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Gerötetes Auge
© P33tr/CreativeCommons
Kaninchenaugen: Wenn sich das Weiß des Augapfels hochrot verfärbt, kann eine durchfeierte Nacht ebenso dahinterstecken wie eine ansteckende Bakterieninfektion.
Cremetube
© iStockphoto
Verschleierter Blick: Augentropfen und mehr noch Salbenzubereitungen trüben das Auge für kurze Zeit. Bis die Sicht wieder völlig klar ist, sollte man weder hinters Steuer noch Maschinen betätigen.
Müdes Kind
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Rubbeln verboten: Wer die Finger nicht von den juckenden Augen lassen kann, verschlimmert nur die Beschwerden einer Bindehautentzündung. Außerdem überträgt man auf diese Art Keime von einem Auge zum anderen.
Hömöopathisches Fläschchen mit Globuli
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Globuli für die Augen: Wer häufig entzündete Augen hat, möchte das Problem vielleicht mit alternativen Heilmitteln angehen. Homöopathische Zubereitungen richten sich nach verschiedenen Beschwerdebildern.