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descriptionAuge
Manche Menschen sehen bereits von Kindheit an schlecht. Die meisten Einschränkungen der Sehkraft entstehen jedoch erst mit zunehmendem Alter.
descriptionAnwendung von Augentropfen
Bildschirmarbeit, Klimaanlagen, hormonelle Veränderungen und Krankheiten beeinträchtigen den Tränenfilm. Die Augen fühlen sich trocken an.
descriptionLöwenzahn
Zugluft, Blütenpollen und Krankheitserreger können die Bindehaut entzünden. Das Weiß des Augapfels rötet sich, die Augen brennen und sind sehr lichtempfindlich.
descriptionAuge einer alten Frau
Der Hauptrisikofaktor von Grauem Star, Glaukom und Makuladegeneration ist das Alter. Ab 40 Jahren ist der regelmäßige Augencheck deshalb ein Muss.
descriptionSeniorin mit Sonnebrille
Eine gefürchtete Folge der Zuckerkrankheit ist diabetische Retinopathie. Der Schaden lässt sich nur im frühen Stadium beheben, sonst droht die Erblindung.
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Diabetes bedroht Augenlicht

Die diabetische Retinopathie ist eine häufige Folgeerkrankung des Diabetes mellitus. Unbehandelt und bei schlechtem Verlauf kann die Zuckerkrankheit zur Erblindung führen. Generell wird Diabetikern empfohlen, sich einmal jährlich vom Augenarzt untersuchen zu lassen, auch wenn sie keinerlei Beschwerden beim Sehen haben.

Im Überblick



Die diabetische Retinopathie tritt umso häufiger auf, je länger die Zuckerkrankheit besteht und je schlechter die Stoffwechselkontrolle ist. Durch die meist langjährig geschädigten Blutgefäße auch der Netzhaut wird diese immer schlechter durchblutet. Außerdem werden die Gefäßwände undicht. Wasser und andere Stoffe aus dem Blut können vermehrt in das umliegende Gewebe sickern.
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Gefäße überwuchern die Netzhaut

Bei der diabetischen Retinopathie unterscheidet man verschiedene Stadien, von denen nur das Anfangsstadium umkehrbar ist. Der Augenarzt erkennt erste Gefäßschädigungen aufgrund einiger kleiner Blutungen auf der Netzhaut. Sie können kombiniert sein mit Erweiterungen der kleinsten Gefäße (Mikroaneurysmen). Der Zuckerkranke bemerkt in diesem Stadium noch keine Sehverschlechterung, die beschriebenen Veränderungen können sich von selbst zurückbilden. Jetzt ist es ausgesprochen wichtig, den Blutzucker und auch den Blutdruck optimal einzustellen.

Im darauf folgenden Stadium der nicht-proliferativen Retinopathie werden kleine Netzhautinfarkte, also Bereiche, wo die Netzhaut wegen zu geringer Durchblutung abgestorben ist, sichtbar. Sie werden Cottonwool-Flecken genannt, da sie an kleine Baumwollflocken erinnern. Die nicht-proliferative Retinopathie ist Ausdruck der chronischen Durchblutungsstörung der Netzhaut.

Im nächsten Stadium, der proliferativen Retinopathie, bilden sich immer mehr kleinste Gefäße neu (Proliferation = Wucherung). Dies geschieht auch im Kammerwinkel. Folge kann ein Glaukom sein, da das Kammerwasser nicht mehr gut abfließt. Mit den wuchernden Gefäßen will das Auge die alten, geschädigten und verschlossenen Blutgefäße ersetzen. Das genau ist aber nicht möglich, da die wuchernden Gefäße von äußerst schlechter Qualität sind, schnell einreißen und dann zu Blutungen im Auge führen.

Die Blutungen trüben den Glaskörper ein, sodass das Licht nicht mehr ungehindert auf die Netzhaut trifft. Außerdem tritt schnell Flüssigkeit aus den Gefäßwucherungen aus, und es bilden sich Schwellungen. Tritt eine solche Schwellung genau an der Stelle des schärfsten Sehens auf, kann dies zu einer dramatischen Sehverschlechterung führen.
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Die Welt erscheint grau und löchrig

Die diabetische Retinopathie verursacht lange keine Beschwerden. Die Patienten bemerken selbst die fortgeschrittenen Stadien der Retinopathie nicht, solange nicht die Stelle des schärfsten Sehens betroffen ist. Die Sehschwäche bemerkt der Patient vor allem beim Lesen und beim Erkennen von Personen. Zudem sehen die betroffenen Diabetiker oftmals Flecken, ein Bild erscheint grau durchlöchert. Dieser Eindruck entsteht durch Blutungen aus den neu gebildeten Gefäßen. Die Patienten können sich geblendet fühlen und bei schlechter Beleuchtung wie durch einen Nebelschleier sehen. In seltenen Fällen kann der Augenarzt auch eine Einschränkung des Gesichtsfelds feststellen.

Vor allem Diabetiker, die auf Insulinspritzen angewiesen sind, treffen diese visuellen Einschränkungen sehr. Sie müssen täglich mehrfach Insulin messen, dosieren und spritzen. Sehen sie dabei die Markierung auf Spritze oder Pen nicht richtig, wird möglicherweise die Dosis ungenau. Auch alltägliche Dinge wie Einkaufen, Putzen, Lesen oder Fernsehen werden von der eingeschränkten Sicht behindert, ganz zu schweigen vom Autofahren.
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Der Laser stoppt wuchernde Gefäße

Eine diabetische Retinopathie wird vor allem mit dem Laser behandelt. Diese Therapie soll verhindern, dass es zu Glaskörpereinblutungen kommt. Mit der Laserbehandlung soll der Sauerstoffbedarf der Netzhaut verringert und somit weitere Gefäßwucherungen verhindert werden. Zudem verschließt der Laser die leckenden Blutgefäße. Langsam und schrittweise werden dabei die betroffenen Stellen behandelt. Wo gelasert werden muss, ermittelt eine Spiegelung des Augenhintergrunds oder eine Fluoreszens-Angiografie.

Wird die Lasertherapie konsequent durchgeführt, so kann sie die diabetische Retinopathie oftmals langfristig stabilisieren. Im Spätstadium der Erkrankung kann eine Operation nötig werden. Wenn die Wucherungen und Einblutungen überhandnehmen, entfernen Augenmediziner den gallertartigen Glaskörper und damit Blut und Flüssigkeit. Diese Operation wird Vitrektomie genannt. Anschließend wird der Glaskörper entweder mit verschiedenen Gasgemischen oder mit Silikonöl aufgefüllt. Das Öl muss aber nach einer mehrmonatigen Heilungsphase in einem weiteren Eingriff wieder entfernt werden.
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Blutzuckermessung
© Shutterstock
Blutzucker unter Kontrolle: Die konsequente Überprüfung und Stabilisierung des Blutzuckerspiegels trägt bei Diabetikern auch zum Erhalt der Sehkraft bei.
Auge mit Retinopathie
© NationalEyeInstitute/CreativeCommons
Lichtblitze für das Augenlicht: Bei fortschreitender Retinopathie wuchern die Gefäße im Auge. Diese brüchigen und lecken Äderchen kann der Augenarzt per Laser verschließen.
Grafik: Laserbehandlung
© Shutterstock
Glaskörper-Operation: Bei fortgeschrittenem Diabetes können massive Blutungen im Auge auftreten. Die sogenannte Vitrektomie entfernt den vom Blut getrübten Glaskörper, ersetzt ihn durch ein Füllmaterial und erreicht so wieder Klarheit zwischen Linse und Netzhaut.